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Coaching -
Wie funktioniert das? Teil 2


 

 

Coaching - Wie funktioniert das? Teil 2

[ Sie kennen den 1. Teil dieses Artikels noch nicht? ]

Im diesem 2. Teil des Artikels finden Sie:

5. Was macht der Coach?
6. Was macht der Coachee (Klient)?
7. Welche Struktur hat das Coaching?
8. Was ist das Ergebnis des Coachings?

5. Was macht der Coach?

Ein Coach unterstützt Sie bei der Persönlichkeitsbildung – meist in Verbindung mit Themen der Berufswelt.

Hierzu stellt er Gewohnheiten, Sichtweisen, Lebenseinstellung und bestehende Strukturen in Frage, um Veränderungen zu ermöglichen.

Die Qualität des Coachings steht und fällt mit der Reife und der Risikobereitschaft des Coachs. Dadurch, daß er den Klienten konsequent an seine Selbstverantwortung erinnert, "riskiert" er möglicherweise eine ablehnende Haltung. Hier bleibt der Coach eindeutig und konsequent. Er bietet damit den konstanten Part, der - neben der Aufforderung zu Veränderungen - dem Klienten die benötigte Sicherheit bietet.

Ein Coach hört Ihnen zu und versteht Sie (Empathie).

Ein Coach stellt Ihnen Fragen, die Sie zu Nachdenken anregen (führt Sie zur Selbsterkenntnis).

Ein Coach findet mit Ihnen Lösungen und vertraut Ihren Fähigkeiten.

Um dies leisten zu können, darf der Coach seine eigene Charakterbildung nicht vernachlässigen. Er muß die eigenen Werte und Prinzipien leben, mit den eigenen Schwächen und Stärken umgehen können.

Eine weitere wichtige Fähigkeit ist die "Ego-Leere" während des Coachings. Der Coach muß völlig auf den Klienten konzentriert sein, d.h. frei von eigenen Wünschen. Was sich hier leicht anhört, ist in der Konsequenz eine enorme Herausforderung.

Als Coach sollten Sie...

...nicht zu viele eigene Erfolgsgeschichten erzählen. Das kann zwar unterhaltsam sein und stärkt ihr eigenes Selbstgefühl, bringt Ihren Klienten jedoch nicht weiter.

...den Klienten nicht zu einem bestimmten Verhalten drängen oder ihm die "immer-richtig"-Lösung präsentieren. Damit projizieren Sie Ihre persönliche Weltanschauung und können Chancen die darüber hinausgehen nicht erkennen.

...dem Klienten auf keinen Fall das Gefühl geben: "Du bist nicht OK, aber ich sorge schon dafür, daß Du gut wirst!" Das fördert lediglich Ihr persönliches Selbstgefühl.

Ein guter Coach stellt viele Fragen!

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6. Was macht der Coachee?

Anstelle des üblichen Begriffs "Coachee" bevorzuge ich die Bezeichnung "Klient".

Zu Beginn stellt sich der Mensch seiner eigenen Erkenntnis, daß "etwas nicht stimmt", daß er etwas verändern möchte. Dieses Bewußtsein ist der allererste Schritt, ohne den ein Coaching nicht zustande kommt.

Dann findet er seinen Coach. Dieses "finden" kann über Empfehlung oder die Medien geschehen. Die meisten Coaches bieten ein erstes Kennenlern-Gespräch (ca. 20 Minuten) kostenfrei an. Hier kann festgestellt werden, ob "die Chemie stimmt". Auch dient es dazu, die Rahmenbedingungen festzulegen.

Nachdem sich beide einig geworden sind, muß der Klient in erster Linie seine Bereitschaft bewahren:

Die Bereitschaft, bekannte und vertraute Denk- und Verhaltensmuster in Frage zu stellen.

Oft möchten wir Menschen neue Denkmuster einfach ablehnen, weil wir das bisherige als das einzig Richtige anerkennen. Immer wieder müssen Sie sich im Coaching auf die Gedankenspiele einlassen:

Was wäre wenn ....?

Wäre es möglich, daß ...?

Was muß passieren, damit ...?

Die Bereitschaft, NOT-wendige Veränderungen zu erarbeiten und diese umzusetzen.

Die bekannte "Hölle" erscheint vor der Konsequenz des unbekannten "Himmels" oft behaglich.

Die Umsetzung neuer Verhaltensweisen braucht Konzentration und Kraft. Wir müssen uns immer wieder üben. Das ist wie mit dem Zähneputzen.

Wenn sie kleinen Kindern zuschauen, wie sie sich darum bemühen müssen, jeden Zahn mit dieser unhandlichen Bürste zu säubern – und das über Monate! ... bis diese schwierige Technik zur Routine geworden ist.

Stellen Sie sich vor, Sie hätte mit 4 Jahren, diese Bemühungen aufgegeben!

Die Bereitschaft, kritische Phasen im Alltag durchzustehen,

Jeder Veränderungsprozeß durchläuft kritische Phasen. Der Klient ist in seinem Alltag gefordert, alte Verhaltensmuster zugunsten des Notwendigen abzulegen. Das kann schmerzvoll sein und geht oft nur in kleinen Schritten. Hier gibt es Etappen der Sinn- und Mutlosigkeit, in denen der Coach stärkt und stabilisiert. In diesen Phasen braucht der Klient Durchhaltevermögen.

Die Bereitschaft, sich an den persönlichen Erfolgen zu freuen.

Die Erfolge wahrnehmen und als solche anerkennen. Der Blick auf das, was wir erreicht haben, wird Kraft geben, daß zu leisten, was noch vor uns liegt. Deshalb ist es im Coaching auch ganz wichtig, immer wieder die Erfolge zu betrachten und sich daran zu erfreuen.

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7. Welche Struktur hat das Coaching?

Für den dauerhaften Erfolg ist ein kontinuierlicher Zyklus wichtig. In der Regel dauert das erste Coaching-Gespräch ca. 2 Stunden, jedes weitere Gespräch ca. 1 Stunde. Zu Beginn und während starker Veränderungsphasen sind wöchentliche Treffen zu empfehlen. Zur dauerhaften Unterstützung der gewünschten Verhaltensänderung genügt später ein Gespräch im Monat.

Das Coaching-Gespräch sollte in angenehmer, ruhiger und geschützter Atmosphäre stattfinden. Der Klient muß zur Ruhe kommen können und sich wohl fühlen.

Im Coaching-Online (per eMail oder Telefon) sollte der Klient selbst für diese Atmosphäre sorgen.

Da Coaching keine Technik ist, gibt es keine "optimale" Gesprächsstruktur, keine "normale" Sitzung. Der rote Faden ist in dem Thema des Klienten zu finden. Der Coach hat die Aufgabe, diesen roten Faden im Auge zu behalten, die Entwicklung zu fördern und deutlich zu machen.

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8. Was ist das Ergebnis des Coachings?

Das Coaching schafft Befähigungen. Man könnte auch von "Schlüsselqualifikationen" sprechen.

Hierzu gehören so abstrakte Begriffe, wie soziale Kompetenz, emotionale Intelligenz, Kommunikationsfähigkeit, Führungsqualifikation, Teamfähigkeit, Kreativität, etc. etc.

Letztendlich ist das wesentliche Ergebnis des Coachings, daß der Mensch seine Aufgaben und Chancen erkennt und um das richtige Handeln weiß. Das kann bedeuten:

Der Klient setzt seine Führungsaufgaben gezielter und verantwortlicher um.

Der Klient realisiert Projekte beim Kunden erfolgreicher, weil kundenorientierter.

Als Existenzgründer findet er den Mut zur Umsetzung seiner Geschäftsidee.

Der Klient verbessert sein Selbstmanagement, um mehr Harmonie in Beruf und Privatleben zu bringen.
u.v.m.

Wenn Sie den Unterschied zwischen dem Anlernen von Methoden und dem Erarbeiten von Befähigungen betrachten, erkennen Sie das Wesentliche am Coaching.

Herzliche Grüße

Ihre Heike Kretz

PS: Mit "der Coach" bzw. "der Klient" bezeichne ich Personen beider Geschlechter. Ich bitte die Frauen um Verständnis dafür, daß ich zu Gunsten der Lesefreundlichkeit auf die zusätzliche Erwähnung der weiblichen Form verzichtet habe.

   
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