6. Was macht der Coachee?
Anstelle des üblichen Begriffs "Coachee" bevorzuge
ich die Bezeichnung "Klient".
Zu Beginn stellt sich der Mensch seiner eigenen
Erkenntnis, daß "etwas nicht stimmt",
daß er etwas verändern möchte. Dieses
Bewußtsein ist der allererste Schritt, ohne
den ein Coaching nicht zustande kommt.
Dann findet er seinen Coach. Dieses "finden" kann über
Empfehlung oder die Medien geschehen. Die meisten
Coaches bieten ein erstes Kennenlern-Gespräch
(ca. 20 Minuten) kostenfrei an. Hier kann festgestellt
werden, ob "die Chemie stimmt". Auch dient
es dazu, die Rahmenbedingungen festzulegen.
Nachdem sich beide einig geworden sind, muß der
Klient in erster Linie seine Bereitschaft bewahren:
Die Bereitschaft, bekannte und vertraute Denk- und
Verhaltensmuster in Frage zu stellen.
Oft möchten wir Menschen neue Denkmuster einfach
ablehnen, weil wir das bisherige als das einzig Richtige
anerkennen. Immer wieder müssen Sie sich im
Coaching auf die Gedankenspiele einlassen:
Was wäre wenn ....?
Wäre es möglich, daß ...?
Was muß passieren, damit ...?
Die Bereitschaft, NOT-wendige Veränderungen
zu erarbeiten und diese umzusetzen.
Die bekannte "Hölle" erscheint vor
der Konsequenz des unbekannten "Himmels" oft
behaglich.
Die Umsetzung neuer Verhaltensweisen braucht Konzentration
und Kraft. Wir müssen uns immer wieder üben.
Das ist wie mit dem Zähneputzen.
Wenn sie kleinen Kindern zuschauen, wie sie sich
darum bemühen müssen, jeden Zahn mit dieser
unhandlichen Bürste zu säubern – und
das über Monate! ... bis diese schwierige Technik
zur Routine geworden ist.
Stellen Sie sich vor, Sie hätte mit 4 Jahren,
diese Bemühungen aufgegeben!
Die Bereitschaft, kritische Phasen im Alltag durchzustehen,
Jeder Veränderungsprozeß durchläuft
kritische Phasen. Der Klient ist in seinem Alltag
gefordert, alte Verhaltensmuster zugunsten des Notwendigen
abzulegen. Das kann schmerzvoll sein und geht oft
nur in kleinen Schritten. Hier gibt es Etappen der
Sinn- und Mutlosigkeit, in denen der Coach stärkt
und stabilisiert. In diesen Phasen braucht der Klient
Durchhaltevermögen.
Die Bereitschaft, sich an den persönlichen
Erfolgen zu freuen.
Die Erfolge wahrnehmen und als solche anerkennen.
Der Blick auf das, was wir erreicht haben, wird Kraft
geben, daß zu leisten, was noch vor uns liegt.
Deshalb ist es im Coaching auch ganz wichtig, immer
wieder die Erfolge zu betrachten und sich daran zu
erfreuen.
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